Geschäftskonto in Österreich: Was du wissen musst
- 🏆 Testsieger: Qonto Premium erreicht den höchsten Capitalo Score mit 4,0 Sternen
- 💰 Kostenlos möglich: Holvi Flex und Vivid Free Start bieten Gratis-Geschäftskonten für EPU
- 🏦 20 Konten verglichen: Von 9 Anbietern – Neobanken, Direktbanken und Filialbanken
- ⚠️ Wichtig: Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank durch die österreichische Einlagensicherung geschützt
Ein Geschäftskonto – auch Firmenkonto oder Business Konto genannt – ist das zentrale Zahlungsverkehrsinstrument für Unternehmer in Österreich. Es trennt deine privaten von den betrieblichen Geldflüssen und macht Buchhaltung, Steuererklärung und Betriebsprüfung deutlich einfacher.
Eine gesetzliche Pflicht für ein eigenes Geschäftskonto gibt es in Österreich nicht. Allerdings ist die saubere Trennung von privaten und geschäftlichen Transaktionen faktisch unverzichtbar – spätestens wenn das Finanzamt nachfragt. Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH ist ein eigenes Firmenkonto ohnehin Voraussetzung für die Stammkapitaleinzahlung.
Grundsätzlich gilt: Je früher du ein Geschäftskonto einrichtest, desto weniger Aufwand hast du später bei der Buchhaltung. Heuer wurden in Österreich rund 40.800 Unternehmen gegründet (laut Statista) – und für jedes einzelne war das passende Konto eine der ersten Entscheidungen.
Geschäftskonten im Vergleich – die Top-Anbieter
Wir haben 20 Geschäftskonten von 9 Anbietern für den österreichischen Markt verglichen und mit dem Capitalo Score bewertet. Hier die Top 5 (Stand: März 2026):
| Anbieter | Kontomodell | Capitalo Score | Bewertung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Qonto | Premium | ⭐ 4,0 | Sehr gut | Premium-Service mit Prioritäts-Support |
| Vivid Money | Enterprise | ⭐ 3,9 | Gut | Umfangreichste Features, ideal für Teams |
| Vivid Money | Pro – Unternehmen | ⭐ 3,8 | Gut | Unbegrenzte Transaktionen, API-Zugang |
| Qonto | Smart | ⭐ 3,5 | Gut | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Vivid Money | Standard | ⭐ 3,4 | Gut | Kostenlos mit unbegrenzten Transaktionen |
Den vollständigen Vergleich aller 20 Konten – inklusive BAWAG, N26, easybank, Holvi, Qonto, Vivid Money, Wallester und bank99 – findest du auf unserer Seite Geschäftskonten vergleichen.
Neben Qonto und Vivid Money sind auch Holvi, N26, easybank, BAWAG, bank99 und Wallester im Vergleich vertreten. Jeder Anbieter hat Stärken für bestimmte Unternehmenstypen – von der kostenlosen Lösung für Freiberufler bis zum Premium-Konto für wachsende Teams.
Was kostet ein Firmenkonto in Österreich?
Die Kosten für ein Geschäftskonto in Österreich variieren stark – von 0 EUR bis über 79 EUR monatlich (Stand: März 2026). Entscheidend sind drei Faktoren: die monatliche Grundgebühr, die Kosten pro Buchung und eventuelle Kartengebühren.
Kostenlose Geschäftskonten:
- Holvi Flex: 0 EUR/Monat (Stand: März 2026), ideal für EPU mit geringem Zahlungsverkehr
- Vivid Free Start: 0 EUR/Monat (Stand: März 2026), Basis-Funktionen für Einsteiger
Günstige Konten unter 10 EUR/Monat:
- bank99 geschäftskonto99: 4,82 EUR/Monat (Stand: März 2026) – mit österreichischer IBAN und Post-Filialen
- Holvi Lite: 9 EUR/Monat (Stand: März 2026) – zwei IBANs inklusive
Filialbanken ab 12 EUR/Monat:
- Sparkasse EPU Smart: ab 12,35 EUR/Monat (Stand: März 2026) – Pauschalkonto für Einzelunternehmer
- Erste Bank Kommerz Start: 34,12 EUR/Monat (Stand: März 2026) – für KMU bis 50.000 EUR Umsatz/Quartal
Alle Details zu Gebühren und versteckten Kosten findest du im Geschäftskonto Kosten im Überblick. Wenn du gezielt nach einem kostenlosen Geschäftskonto suchst, haben wir die besten Gratis-Optionen separat verglichen.
Geschäftskonto eröffnen – so funktioniert es
Die Eröffnung eines Geschäftskontos ist bei den meisten Anbietern innerhalb von 10 bis 15 Minuten online möglich. Die Voraussetzungen sind überschaubar:
Anbieter wählen
Vergleiche Konditionen und Features im Geschäftskonto Vergleich
Unterlagen bereitstellen
Ausweis, Gewerbeschein (bei Gewerbetreibenden), Firmenbuchauszug (bei GmbH), Nachweis der Geschäftsadresse
Identifikation
Per Video-Ident (Neobanken) oder persönlich in der Filiale
Banken sind nach dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) verpflichtet, eine KYC-Prüfung durchzuführen. Daher musst du den Geschäftszweck und die Herkunft der Mittel offenlegen. Bei Kapitalgesellschaften wird zusätzlich ein Auszug aus dem Register der wirtschaftlichen Eigentümer (WiEReG) eingeholt.
Wenn du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung brauchst: Auf unserer Seite Geschäftskonto eröffnen erklären wir den gesamten Prozess im Detail. Für die rein digitale Variante schau dir unsere Übersicht zum Online-Geschäftskonto an.
Welches Konto für welche Rechtsform?
Nicht jedes Geschäftskonto passt zu jeder Rechtsform. Die wichtigsten Unterschiede:
EPU / Einzelunternehmer: Kostenlose oder günstige Konten von Neobanken (Holvi, Vivid, N26) reichen für die meisten EPU völlig aus. Die Gewerbeanmeldung ist kostenlos und kann online über das Unternehmensserviceportal (USP) erfolgen.
GmbH: Für die GmbH-Gründung brauchst du ein Konto, das die Stammkapitaleinzahlung akzeptiert. Nicht alle Neobanken bieten diesen Service. Qonto und die klassischen Filialbanken (Erste Bank, Raiffeisen) sind hier die sichere Wahl. Die Gründungskosten für eine Ein-Personen-GmbH starten bei rund 100 EUR (laut WKO).
OG / KG: Personengesellschaften benötigen ein Konto, das auf die Gesellschaft lautet. Filialbanken und Qonto sind hierfür etablierte Optionen.
Freiberufler: Viele Neobanken bieten spezielle Freelancer-Konten an – oft kostenlos oder mit Cashback. Vivid Money bietet bis zu 3% Cashback auf Kartenzahlungen (Stand: März 2026), was sich bei höheren Umsätzen lohnt.
Alle Details zur Kontoauswahl nach Rechtsform findest du unter Geschäftskonto für GmbH. Ob du überhaupt ein eigenes Geschäftskonto brauchst, klären wir im Ratgeber Ist ein Geschäftskonto Pflicht?.
Einlagensicherung: Dein Guthaben auf dem Geschäftskonto ist bis 100.000 EUR pro Bank durch die österreichische Einlagensicherung geschützt (gemäß Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz, ESAEG). Im Sicherungsfall erfolgt die Auszahlung innerhalb von 7 Arbeitstagen (laut OeNB). Das gilt für Filialbanken ebenso wie für regulierte Neobanken.
Firmengeld anlegen – Zinsen auf Geschäftsguthaben
Wenn größere Beträge auf deinem Geschäftskonto liegen, verlierst du durch Inflation laufend an Kaufkraft. Eine Möglichkeit: Überschüssige Liquidität auf ein Firmentagesgeldkonto umschichten – dort gibt es aktuell deutlich bessere Zinsen als auf dem Girokonto. Für größere Investitionen findest du unter Firmenkredit vergleichen passende Finanzierungsoptionen. Auch eine Business-Kreditkarte kann eine sinnvolle Ergänzung zum Geschäftskonto sein.
Wie wir bewerten – der Capitalo Score
Der Capitalo Score bewertet jedes Geschäftskonto nach objektiven Kriterien auf einer Skala von 0 bis 140 Punkten. So entsteht ein transparentes, nachvollziehbares Ranking.
Bewertungskriterien
- Kontoführungsgebühr – Weniger ist besser, inkludierte Leistungen zählen
- Buchungskosten – Kosten pro Transaktion, Freikontingent
- Kartengebühren – Debit- und Kreditkartenkosten
- Zahlungsverkehr – SEPA-Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge
- Internationale Zahlungen – Fremdwährungsgebühren, Auslandsüberweisungen
- Digitale Features – App-Qualität, Buchhaltungsintegration, Unterkonten
- Kundenservice – Erreichbarkeit, Kanäle, Reaktionszeit
- Sicherheit – Einlagensicherung, 2-Faktor-Authentifizierung
- Flexibilität – Unterstützte Rechtsformen, Kontowechsel-Service
- Zusatzleistungen – Cashback, Rechnungstools, Multibanking
Gewichtung
| Kriterium | Gewichtung |
|---|---|
| Kontoführungsgebühr | 20 % |
| Buchungskosten | 15 % |
| Kartengebühren | 10 % |
| Zahlungsverkehr | 15 % |
| Internationale Zahlungen | 10 % |
| Digitale Features | 10 % |
| Kundenservice | 7 % |
| Sicherheit | 5 % |
| Flexibilität | 5 % |
| Zusatzleistungen | 3 % |
Diese Gewichtung spiegelt die Prioritäten österreichischer Unternehmer wider: Kosten und täglicher Zahlungsverkehr machen zusammen 60 % des Scores aus, weil sie den größten Einfluss auf die laufenden Betriebskosten haben. Digitale Features und Zusatzleistungen sind angenehm, aber für die Kontoentscheidung weniger ausschlaggebend.





